07/2015 – Wien – Was im kalifornischen Silicon-Valley bereits seit Jahren erfolgsversprechend funktioniert, soll nach dem Willen der Smart City Wien Agentur und der Verwaltung der Stadt Wien auch hierzulande neue Maßstäbe in der digitalen Vermarktung setzen. Die Rede ist von der „DigitalCity.Wien“ – eine Initiative, die Wien zu Europas führendem digitalen Hotspot entwickeln soll.

Digitalisierung – dieses Wort sorgt besonders bei weniger IT-affinen NutzerInnen und teils älteren Personen für ratlose und manchmal auch fragende Gesichter. Die Gefahr, die gute alte analoge Welt aus den Augen zu verlieren, führt bei ihnen häufig zu einer bewusst abneigenden Haltung gegenüber den technologischen Fortschritt, der Hand-in-Hand mit einer digital unterstützten Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) einhergeht.

verständnis ist da

Nüchtern betrachtet kann man dieser Einstellung etwas abgewinnen, zumal man an dieser Stelle hinzufügen muss, dass es sowohl von Seiten der stets wandelnden Gesellschaft aber auch aus subjektiverer Sicht der NutzerInnen schwierig ist, diese beiden Komponente so zu vereinen, dass Diskrepanzen aus der Welt geschaffen werden.

Diese, aber auch andere Ursachen haben zur Folge, dass der Standort Wien einen akuten IT-Fachkräftemangel aufweist, der zu einem bestimmten Teil auch auf den fehlenden Bezug zur Materie zurückzuführen ist. Diesen Bezug möchte man wieder herstellen – und so wurden zahlreiche Projekte ins Leben gerufen sowie Veranstaltungen durchgeführt, um die Eckpunkte der „DigitalCity.Wien“ – Initiative nach innen und nach außen zu tragen. Als Leuchtturmprojekt der Digitalen Agenda Wien bietet sie hierfür das Beste Potenzial.

hier wird geschichte geschrieben

Einer der wichtigsten Eckpfeiler und Strategien dieser Initiative liegt sichtlich in der Aus- & Weiterbildung neuer IT-Fachkräfte, die schon im jungen Alter die Besonderheiten und den Umgang mit der IKT-Branche kennenlernen sollen. Nach dem Motto „früh übt sich“ sollen Kinder und Jugendliche dafür begeistert werden, sich für Bildungswege und Berufszweige mit Digital-Schwerpunkt zu entscheiden. Dies gelingt allerdings nur, wenn Bildungseinrichtungen dieses Ziel verfolgen und dafür sorgen, dass eine erstklassige Ausbildung angeboten wird.

virtueller campus vs. business hub

In der Praxiswelt angekommen sollen das Interesse und die erlernten IT-Fähigkeiten gezielt gefördert werden. Durch den „KMU Business Hub“ werden Bildungseinrichtungen direkt an die Unternehmen gekoppelt, sodass schon während der Ausbildungszeit ein besonders intensiver Austausch gegeben ist – hört sich nach einem sicheren Arbeitsplatz an. Die Vernetzung und Erarbeitung einer gemeinsamen Strategie sorgt zudem dafür, dass inhaltliche Kernpunkte diverser Projekte die richtigen Player zusammenführt.

Stichwort „Vernetzung“ – um es den GründerInnen von Start-ups aber auch bestehenden Unternehmen in der IT-Branche leichter zu machen, sich untereinander zu vernetzen und einen regen Erfahrungsaustausch auszuüben, wird der „Virtuelle Campus“ ins Leben gerufen. Bis 14. September können sich Unternehmen und Institute der IT-Branche bei den Initiatoren von „DigitalCity.Wien“ melden, um Teil einer vielversprechenden Plattform zu werden.

wiener forschungsfest 2015

Um nun die gesammelten Theorien und Zielsetzungen in die Praxis zu holen, veranstaltet die Wirtschaftsagentur Wien in Kooperation mit zahlreichen Unternehmen alle 2 Jahre das Wiener Forschungsfest. Das diesjährige Forschungsfest 2015 findet von 11. – 14. September am Wiener Naschmarkt statt und soll bis zu 15.000 BesucherInnen interessante und spannende Themen aus der IT-Welt bieten.

Anhand von haptischen bis hin zu sensorischen und holografischen Exponaten soll den BürgerInnen ein Einblick gewährt werden, wie allgegenwärtig die Digitalisierung ist und wie der Alltag durch diese erleichtert wird.

Alle, die sich angesprochen fühlen, erleben am Wiener Forschungsfest viele spannende Exponate und erhalten auf diesem Wege auch manch Frage beantwortet, die für den einen oder anderen noch offen ist.

was bleibt, ist digital

Viele Institutionen und städtische Ämter haben längst E-Governance-Strukturen eingeführt und selbst nach außen konservativ wirkende Stadtregierungen bieten moderne, an die UserInnen angepasste App-Lösungen an. Die analoge Welt verschwindet immer mehr in eine digitale, immer auf Abruf befindliche Plattform, die schon seit langer Zeit allgegenwärtig ist.

Nur lasst uns eines feststellen – dies ist eine Entwicklung, von der man keine Bedenken äußern sollte. Durch die rasch schreitenden Veränderungen und dem akuten Fachkräftemangel in der IT-Branche, muss erst zusammenfinden, was zusammengehört. Wer könnte das wohl besser hinkriegen, als eine Digital City?

denk weiter.

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